Neue Abwasserleitung ersetzt Tanks und Traktorfahrten
«Abwasser marsch!» heisst es seit Juni 2026 für rund 20 Liegenschaftsbesitzer am Wartauer Walserberg. Von der ersten Informationsversammlung bis zur Fertigstellung der kompletten Leitung samt Anschlüssen vergingen dabei nur eineinhalb Jahre. Die treibende Kraft dahinter war Werner Marty sen., der das Projekt nicht nur initiierte, sondern auch von Anfang bis Ende leitete.
Wo sich die Hauseigentümer früher selbst mühselig mit Tanks, Pumpen und dem Abtransport ihres Abwassers herumschlagen mussten, herrscht nun einhellige Freude. Dank der Initiative von Werner Marty sen. gelang es nämlich innerhalb von lediglich 18 Monaten, ein langwieriges, auch umweltrelevantes Problem zu lösen: Im Juni 2026 wurde am Walserberg eine mit allen Hausanschlüssen insgesamt 3,76 km lange Leitung bis nach Matug fertiggestellt, von wo das Abwasser über die bestehende Kanalisation in die ARA Sargans (Abwasserverband Saar) fliessen kann.
«Ich bin stolz darauf, dass alles so rasch und reibungslos geklappt hat und sämtliche Beteiligte – die Liegenschaftsbesitzer, die Gemeinde und auch kantonale Stellen – an einem Strang gezogen haben», fasst Werner Marty sen. das Projekt zufrieden zusammen. Die Idee dazu kam dem erfahrenen Bauprofi bereits 2023, als er das im eigenen Familienbesitz befindliche Berggasthaus Gonzen von Grund auf revitalisierte. Die damals noch gängige Abwasserlösung mit Tank und Abtransport des Abwassers in Güllenfässern war ihm von Anfang an ein Dorn im Auge. Offenbar nicht nur ihm, sondern auch sämtlichen anderen Immobilieneignern am Walserberg, die zwar die abgelegene und ruhige Lage ihrer grösstenteils als Ferienhäuser genutzten Liegenschaften liebten, nicht aber die seit jeher damit verbundene aufwendige und längst nicht mehr zeitgemässe Abwasserentsorgung.
«Ich bin stolz darauf, dass alles so rasch und reibungslos geklappt hat und sämtliche Beteiligte an einem Strang gezogen haben».
Werner Marty sen., Initiant und Projektleiter
Nach einem Informationsabend und der Zustimmung aller Grundeigentümer erfolgte der Baustart schliesslich im September 2025. «Unsere Ortskenntnis war dabei sicher ein Vorteil, weil wir die Leitung so etwa kostensparend um felsiges Gebiet herum verlegen konnten», erinnert sich das Wartauer Urgestein Werner Marty. Zusätzlich setzte man auch einen im Unternehmen extra dafür entwickelten Pflug für die Grabungsarbeiten ein, der im steilen Gelände perfekt auf den dort eingesetzten Schreitbagger angepasst wurde.
Für den Leitungsbau selbst kam zudem ein Hubschrauber der Swiss Helicopter AG aus dem nahen Balzers zum Einsatz, der nicht nur die ausgedienten Tanks von einzelnen Liegenschaften zur Entsorgung ins Tal flog, sondern vor allem auch, um die von einem MARTY-Schweissertrupp auf 250 m Länge vorgefertigten Leitungsrohre zur richtigen Stelle zu fliegen und das Rohr dort einzupflügen. «Diese langen Stränge hingen dann wie Spaghetti in der Luft», erinnert sich Werner Marty sen. lächelnd.
Zügig und alles andere als lang gestalteten sich hingegen die gesamten Bauarbeiten, sodass bereits im Juni 2026 alle Leitungen und Anschlüsse fertig waren. Die Kosten der Hauptleitung vom Berggasthaus Gonzen bis Matug von CHF 506 000 wurden anteilig von den einzelnen Hausbesitzern übernommen. Pro Liegenschaft waren dies einmalig rund CHF 16 000. Das Skihaus Lanaberg zahlte das Dreifache, das Berggasthaus Gonzen das 15-fache dieses Betrages aufgrund deren Grösse sowie Anzahl an Wohneinheiten.
«Mich freut nicht nur die schnelle Umsetzung, sondern auch, dass alle Liegenschaftsbesitzer auch sofort einwilligten, sich anteilig an den Baukosten zu beteiligen. Neben Umweltschutzgedanken und dem offensichtlichen Komfortgewinn bringt die neue Abwasserleitung natürlich auch enorme Vorteile, wenn es etwa in Zukunft um Baugesuche für einen Ersatzbau oder Ähnliches geht», ist Werner Marty sen. von der Weitsichtigkeit der Anwohner angetan. Jeder Anschlussnehmer zahlt zudem jährlich eine Pauschale an die neu gegründete Kanalisation Walserberg AG, um den Betrieb und den Unterhalt der neu gebauten Leitung sowie die Entsorgungskosten des Abwassers zu gewährleisten.
Wenn man weiss, wie ähnliche Projekte häufig nur über einen Zeitraum von vielen Jahren und mit wesentlich höheren Kosten realisiert werden können, beweist dieses Bauprojekt unter der Leitung von MARTY etwas eindrucksvoll: Eigeninitiative in Kombination mit fachlicher Expertise, transparenter Kostenrechnung und dem Schulterschluss aller Beteiligten kann selbst anspruchsvolle Aufgaben auf kommunaler Ebene rasch und reibungslos meistern. Und damit ist die neue Leitung in Wartau wohl auch zu einem echten Vorzeigeprojekt für all jene Gemeinden und Bergregionen in der Schweiz geworden, die noch vor der Lösung ihrer Abwasserprobleme stehen.
Kanalisation Walserberg
Auftraggeber: Kanalisation Walserberg AG
Projektleitung: Werner Marty sen.
Sonstiges beteiligtes Unternehmen:
- Swiss Helicopter AG (Balzers)
Zeitliche Eckdaten:
- Erste Orientierungsversammlung: November 2024
- Abschluss aller Arbeiten: Juni 2026
Umfang:
- Bau einer insgesamt 3,76 km langen Abwasserleitung (inkl. aller Hausanschlüsse)
- Verwendete Rohre: HDPE-Druckrohre PN16,S5
- Anschluss von insgesamt 21 Liegenschaften (mehrheitlich Ferienhäuser/-wohnungen)
Eingesetztes Inventar (u.a.):
- Schreitbagger Kaiser S12 (16 t)
Weitere Einblicke
Zu Wasser, zu Lande und in der Luft
Ein Rückbau an einem steilen und strassenlosen Uferabschnitt des Walensees erforderte im Frühjahr 2026 eine perfekte Planung und das reibungslose Zusammenspiel von Schiff, Schreitbagger und Helikopter mit dem Bautrupp vor Ort. Ein Auftrag wie geschaffen für Werner Marty sen., der solche Herausforderungen liebt und die nötige Erfahrung mitbringt.
Mit Kurt in Chur
Nein, dieser Bericht handelt nicht von einem Städtetrip nach Graubünden, sondern von einer fast 1’000 Meter langen Bohrung quer durch ein Bergmassiv. Hauptdarsteller war dabei «Kurt»: die mit 300 Tonnen Zugkraft grösste Spülbohranlage in der Schweiz, mit der MARTY dieses Projekt in Angriff nahm. Benannt nach einem Mitarbeiter, der sich im Unternehmen in Sachen Spülbohrvortrieb besonders grosse Verdienste erwarb.